Ihr habt sicher schon häufig Argumente der Art…

  • “Das ist ja nur deine Meinung“
  • „Wenn man das von einer anderen Perspektive betrachtet, kann man das auch anders sehen“
  • „Wie kannst du sagen das das wahr ist, wenn doch der Erkenntnisprozess an sich fehlerhaft ist“ gehört.

Von dieser Einstellung ist auch das folgende Bild geprägt, welches uns zum Verfassen dieses kurzen Textes gebracht hat:

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Diese obigen Argumente und Aussagen kommen vielen Leuten vertraut vor. Man lernt ja schon in der Schule, z.B. im Psychologie- oder Philosophieunterricht, dass die menschliche Erkenntnis fehlerhaft ist, die Umwelt nicht objektiv begriffen werden kann. Hier eröffnet sich jedoch ein Problem.

Denn wenn das so ist, dann gibt es keinen Grund mehr miteinander über eine Sache zu diskutieren. Da ja von vornherein angenommen werden muss, dass man aufgrund der Fehlerhaftigkeit der menschlichen Erkenntnis, nichts wirkliches über diese Sache wissen kann.
Diese Art der Argumentation unterbindet also jegliche Diskussion, wenn sie konsequent durchgeführt wird.

Man mag nun entgegnen, dass das schon so sein mag, aber das ändert doch nichts daran dass die Argumentation richtig ist. Wenn man nichts erkennen kann dann diskutiert man halt nicht, und spielt lieber was. Das dieses Argument in sich widersprüchlich ist, wird dabei meistens nicht gesehen.

Ein weiteres Beispiel für die Position, die wir in diesem Text kritisieren wollen

Ein weiteres Beispiel für die Position, die wir in diesem Text kritisieren wollen

Denn wie soll der Mensch, dessen Erkenntnisvermögen ja fehlerhaft ist, überhaupt zu dieser Erkenntnis gelangen und sie als Wahrheit postulieren, wenn richtige Erkenntnis gar nicht möglich ist? Damit endet diese Argumentation in einem Widerspruch, einem Paradoxon. Man kann zwar nichts richtiges erkennen, das hat man aber garantiert richtig erkannt.

Anstatt andauernd an der eigenen Erkenntnis zu Zweifeln und damit in einen Widerspruch zu geraten, sollte man das tun, was man von Anfang an vorhatte: Erkennen und überprüfen.

Am Dienstag den 22. Dezember um 19 Uhr findet im Infoladen Salzburg der nächste Diskoabend statt.

Was ist nun dieser ominöse Diskoabend? Wir lesen gemeinsam nicht nur die beliebtesten Text der 70er und 80er Jahre, sondern auch aktuelle politische Thesen, Analysen oder auch ganz einfach Zeitungsartikel. Wir diskutieren gemeinsam und solidarisch und versuchen so die Welt ein Stück weit besser zu verstehen und so veränderbar zu machen. Kurz: Im Vordergrund steht diesmal weniger Party und Musik, sondern Grübeln und Diskutieren.

Wer selbst Texte mitnehmen will kann das gerne tun. Notwendig wird es nicht sein, Kopien sind vorhanden. Vorkenntnisse sind keine vonnöten!

Vorgeschlagene Themen:

Ein Bild das dazu auffordert einen Tisch zu bauen und keinen Zaun, wenn man zuviel hat.

In diesem Text wird mit der Sternchennotation gegendert. Hier findet Ihr Informationen zu unserem Umgang mit Gendern und Sprache.

Das obige Bild bezieht sich auf den gegenwärtigen Umgang der EU mit den Flüchtlingsströmen: Das Bauen von Zäunen wird kritisiert.

Dabei wirft dieses Bild zuerst einmal zwei Gruppen von Menschen durcheinander. Nämlich die europäischen Staaten und ihre Völker. Die
europäischen Staaten sind es nämlich die die Asylpolitik machen, Zäune werden immer noch im Auftrag des Staates gebaut und nicht weil sich das seine Bürger*Innen so gedacht haben. Auch wenn die das teilweise durchaus gutheißen mögen. Von den staatlichen Berechnungen die dahinterstehen, nämlich keine weiteren überflüssigen Menschen am Arbeitsmarkt zu brauchen, kommt deswegen auch gar nichts vor. Die Aufforderung keine Zäune zu bauen wird einfach an die Allgemeinheit gestellt. Es wird also kein Unterschied zwischen den Bürger*innen und dem Staat gemacht.

Außerdem hat der oder die Autor*in des Bildes eine falsche Vorstellung von Reichtum in dieser Gesellschaft. Er oder sie sieht, dass es in der EU durchaus Berge an Gebrauchsgütern gibt, denkt sich also, dass eh mehr als genug da ist und dass dieser Reichtum ja nur mehr verteilt werden müsse. Von dieser Perspektive aus ist es tatsächlich irrsinnig Zäune zu bauen. Da kommt ja keine*r mehr an den Reichtum ran der herumliegt.

Also kann das nicht der Zweck des Reichtums sein, der in der EU produziert wird. Tatsächlich findet eine Produktion von Gebrauchsgütern
nur statt, wenn sich die Produktionsmittelbesitzer*Innen 1 davon einen Gewinn versprechen. Diese Besitzer*innen sind am Verkaufswert der Güter interessiert – und um den zu kriegen müssen sie alle, die ihre Güter brauchen, erstmal davon aussperren. Sprich: Wer die Ware haben will, muss zuerst Geld dafür hergeben.

Das ist aber auch nicht der Grund für die Zäune, die an den Grenzen gebaut werden. Aber es gibt schon mal einen Hinweis darauf – der
Reichtum an Gebrauchsgütern den es hier gibt, der ist nicht dafür da, an die verteilt zu werden, die ihn brauchen. Sondern dafür da ein Plus in der Gewinnrechnung zu erzeugen. Hinter diese Rechnung stellt sich der Staat 2. Er ist interessiert daran, dass in seiner Gesellschaft möglichst viel Gewinn gemacht wird und beurteilt auch die Flüchtlinge unter diesem Gesichtspunkt. Wenn er davon ausgeht, dass kein*e Unternehmer*in sie für seine Rechnung gebrauchen kann und er auch sonst keine Gesichtspunkte kennt wie sie für ihn nützlich sind, dann stören sie ihn generell – und dann baut er auch Zäune, um sie draußen zu halten. 3

1 Das sind die, denen die Dinge gehören mit denen andere Dinge produziert werden. Zum Beispiel Fabriken, oder Maschinen, oder Tankschiffe.
2 Warum das so ist, das zu begründen würde den Rahmen dieses Textes sprengen. Ihr könnt es aber hier nachlesen.
3 Es gibt natürlich auch Staaten, welche keine Zäune bauen. Diese Staaten handeln aber auch nach ihrem eigenen Interesse. Sie befinden sich nur in einer anderen Situation oder schätzen diese anders ein. Auch reiner Menschenfreundlichkeit nehmen sie keine Flüchtlinge auf. Siehe auch den Text der Gruppen gegen Kapital und Nation „Was „Merkels kurzer Sommer der Menschlichkeit“ über die deutsche Realität aussagt“

(In diesem Text verwenden wir das generische Maskulinum. Hier findet Ihr Informationen zu unserem Umgang mit gendergerechter Sprache.)

Bearbeitetes Fleisch erhöht laut WHO das Krebsrisiko. Ein guter Tag für Vegetarier? Endlich ist der Zusammenhang zwischen Fleisch und Krebs bewiesen?

Nein – denn was wirklich krebserregend ist, dass ist der Kapitalismus der im Fleisch steckt, und nicht das Fleisch selber. „Bearbeitet“, darin steckt schon das ganze Rätsel begraben. Fleisch landet nämlich nicht nur am Teller, um gut zu schmecken und nährhaft zu sein, sondern muss, um das überhaupt sein zu können, erstmal ganz schön profitabel sein.

Um das zu erfüllen, werden alle Nutztiere mit Antibiotika vollgesteckt. Um Kosten für die Flächen zu sparen, auf denen sie gehalten werden, und um sie vom Bewegen abzuhalten, werden sie nämlich auf möglichst geringem Raum zusammengepfercht, und dabei entstehen Krankheiten.

Nach der Schlachtung wird das Fleisch zuerst mal desinfiziert, damit die Keime die trotzdem entstehen nicht dem Konsumenten auf den Magen schlagen – mit Lebensmittelerkrankung arbeitet es sich schlecht. Das ist auch der Grund für das Chlor im berühmten Chlorhühnchen – das Chlorbad ist nötig damit keine krankheitserregenden Keime im Hühnerfleisch bleiben.

Beim desinfizieren geht ganz viel Geschmack verloren, da müssen dann Geschmacks-, Geruchs und Farbstoffe aushelfen. Die chemische Industrie hat ein weiteres Feld erobert, und eventuelle krebserregende Wirkungen sind noch nie im Labor aufgetreten und daher nicht existent.

Und auch halten sollte sich das Fleisch. Ein Lohnarbeiter hat schließlich keine Zeit täglich neu einzukaufen, da muss die Wurst schon ein paar Tage bis Wochen im Kühlschrank halten damit man sie verzehren kann. Also müssen Konservierungsmittel ran – wieder Chemikalien die vor allem wegen ihrer Hauptwirkung und nicht ihrer Nebenwirkungen vom Anwender geschätzt werden.

Nach allen diesen „Bearbeitungen“ kann dann das Fleisch seine krebserregende Wirkung entfalten – dass es dann nicht am Fleisch liegt sondern am Zweck für den es herhalten muss, das verschwindet in der Berichterstattung.

Im Sub Salzburg findet regelmässig ein Diskussionsabend (“Disko-Abend”) statt. In Kooperation mit Geskrit geht es immer um unterschiedlichste Themen. Am Dienstag den 25.8. um 18 Uhr (hier auch mehr Details zu den Themen)  wird wieder diskutiert.

Diesen Dienstag (18.8.2015) um 18:00 im Sub findet wieder der Diskussionsabend statt. Um was gehts?

Themenvorschläge

  • Wir lesen weiter am Kapitel „Einfach Klasse? Warum’s die Arbeiterklasse noch gibt, auch wenn niemand über sie reden will“ aus dem Buch „Die Misere hat System: Kapitalismus“ https://gegen-kapital-und-nation.org/die-misere-hat-system-kapitalismus (Das Buch gibt es gratis als epub/pdf/…)
  • Kritik des Realsozialismus anhand eines Aussschnitts aus dem Buches „China – Ein Lehrstück über alten und neuen Imperialismus, einen sozialistischen Gegenentwurf und seine Fehler, die Geburt einer kapitalistischen Gesellschaft und
    den Aufstieg einer neuen Großmacht“ von Renate Dillmann
  • Diskussion des Artikels der Jungle World „Die feindliche Übernahme der Antifa“ http://jungle-world.com/artikel/2015/32/52438.html

Wer keine Zeit hatte im Sub zum Vortrag “Die Annäherung zwischen Kuba und den USA” zu kommen, hat nun die Chance sich das ganze als Audioaufnahme anzuhören.  Auf dem Blog des Terminitus habt ihr dazu die Möglichkeit. Oder auch direkt hier:

Diesen Samstag (8.8.2015) um 17.30 im Sub findet wieder der Diskussionsabend statt. Um was gehts?

Themenvorschläge

Was ist nun dieser ominöse Diskoabend?  Wir lesen gemeinsam nicht nur die beliebtesten Text der 70er und 80er Jahre, sondern auch aktuelle politische Thesen, Analysen oder auch ganz einfach Zeitungsartikel. Wir diskutieren gemeinsam und solidarisch und versuchen so die Welt ein Stück weit besser zu verstehen und so veränderbar zu machen. Kurz: Im Vordergrund steht diesmal weniger Party und Musik, sondern Grübeln und Diskutieren.

Wer selbst Texte mitnehmen will kann das gerne tun. Notwendig wird es nicht sein, Kopien sind vorhanden. Vorkenntnisse sind keine vonnöten!

Eine Woche lang Sonne und Theorie, Sommer und Diskussion, Baden und Argumenten. Täglich werden dort zweimal zu entspannten Uhrzeiten drei bis vier parallele Workshops angeboten, die, wie „im echten Leben“, in Konkurrenz stehen zu Schwimmen, Schlafen, Spaziergängen, Kickern, und Lagerfeuerromantik (letzteres sehr umstritten). Es wird über vierzig Workshops geben.

Wann findet das Camp statt: Freitag, August 28, 2015  – Mittwoch, September 2, 2015
Wo findet das Camp statt: Im Süden Deutschlands (südwestlich von München,Bayern/BaWü) , Details gibts aus Sicherheitsgründen erst bei der Anmeldung.

Auch aus Salzburg werden Menschen dorthin fahren, wer Interesse hat sich anzuschliessen, melde sich per Mail unter geskrit@riseup.net

Die Basisgruppe Gesellschaftskritik Salzburg [geskrit] lädt ein: Am 3. August 2015 um 19.30 Uhr im Sub Salzburg

Einleitung: Die Annäherung zwischen Kuba und den USA überrascht zunächst. Wie ist das zu erklären?

Teil 1: Kuba und die USA, Weltmarkt und Weltmacht
Der Antiimperialismus Kubas beruht auf der Forderung nach Gleichberechtigung, der von den USA nicht entsprochen wurde
Freihandel und Embargo: Der Ausschluss aus dem Weltmarkt hat sich als Druckmittel nicht bewährt. Das liegt daran, was Handel, Austausch an Waren überhaupt bewirkt.

Teil 2: Der Rest der Welt – die internationalen Institutionen und die Folgen der Aussöhnung
Die UNO, der IWF, OAS und CELAC, NAFTA und ALCA

Nachschlag: Der Papst, die Kirche und die Rolle des Opiums für das Volk