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Donnerstag, 6. Dezember, 2012 – 19:00 – 21:30
Sub Salzburg, Müllner Hauptstraße 11b, Salzburg 5020

Wer politisch sensibel ist, gendered seine Texte, schreibt inkludierend und nicht-diskriminierend — bezieht also alle ein und pöbelt verbal nicht herum. Die häufigste Kritik daran wirft der Politischen Korrektheit vor, dass nicht weniger Rassismus oder Abschiebungen in der Welt wären, wenn man von Seminar-Teilnehmer*innen spricht und rassistische Ausdrücke ersetzt zB. durch Schwarze, Dunkelhäutige oder Stärkerpigmentierte. Kurz: Sprachpolitik ändere nichts. Verfechter*innen von politischer Korrektheit hingegen sehen das zuweilen noch ein, halten es aber dennoch für sinnvoll, (auch) auf der sprachlichen Ebene gegen Diskriminierung vorzugehen.
Wir werden die Argumente dahinter vorstellen und begründen, warum wir es für politisch falsch halten, Positionen danach zu beurteilen, ob die Sprache den Test auf politische Korrektheit besteht.

Die Veranstaltrung wird organisiert von der Basisgruppe Gesellschaftskritik Salzburg [geskrit] (https://geskrit.wordpress.com/), den Vortrag hält eine Aktivistin der Jungen Linken (JL) (http://junge-linke.org/).

Montag, 17. Dezember, 2012 – 19:00 – 21:30
Sub Salzburg, Müllner Hauptstraße 11b, Salzburg 5020

Der Auftakt zur EU in ihrer heutigen Form war der Gipfel von Maastricht im Dezember 1991, wo der Vertrag von Maastricht ausgehandelt wurde. Auf diesem Gipfel setzte auch das gerade wiedervereinigte Deutschland die Anerkennung des separatistischen Sloweniens und Kroatiens durch und gab damit den Startschuß für die Revision der Grenzen in Europa und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Damit setzte sich die EU – und in ihr Deutschland – als Richter darüber fest, welche Staaten sein dürfen und welche nicht. Und vor allem: wie sie verfaßt zu sein haben. Sozialistische Experimente werden nicht geduldet, ansonsten sollen sich die Regierungen von Staaten von Gnaden der USA und der EU am besten ihre Außen-, Innen- und Verteidigungspolitik in Brüssel, Berlin oder Washington vorbuchstabieren lassen. Wobei es natürlich auch nicht unwichtig ist, welcher dieser imperialistischen Hauptstädte der Vorzug gegeben wird: Das ist der enge Spielraum, innerhalb dessen sich die Politiker der Nachfolgestaaten Jugoslawiens bewegen können.

Es wird sich weisen, ob die Zerstörung und Neuordnung Jugoslawiens auch als Modell für die bröselnde EU herhalten wird.

Die Zerstörung Jugoslawiens war das Exempel und die Spielwiese für die neue Weltordnung, wie sie nach 1990 von den USA und Europa eingerichtet wurde. Was heute als „Globalisierung“ bekannt ist, Kapitalismus weltweit ohne wenn-und-aber, wurde erst möglich, nachdem das Haupt-Hindernis, die Sowjetunion, abgedankt hatte. Ganz ohne Krieg ging das aber nicht ab. Ein sich zum Sozialismus bekennender Vielvölkerstaat war ein Widerspruch, der aufgelöst werden mußte, um eine Gemeinschaft konkurrierender imperialistischer Staaten ins Leben zu rufen.

Außerdem einige Exkurse zu Reizwörtern im Zusammenhang mit Ex-Jugoslawien:

  • Srebrenica
  • Genozid
  • Kriegsverbrechen
  • Völkerrecht bzw. internationales Recht
  • Haager Tribunal

Was hat es mit all dem auf sich?

***

Struktur des Vortrags

Einleitung – Die Aktualität des Widerspruchs zwischen Nationalismus und Supranationalismus

1. Die Zerschlagung Jugoslawiens als Auftakt zur EU-Einigung. Warum hier getrennt und dort vereinigt werden mußte

2. Das System Jugoslawiens: “3. Weg”, “Blockfreiheit” und die Kardeljsche Verfassug von 1974

3. Die Kriege auf dem Balkan 1991-1999

  • Die Rolle des Blutopfers: Vukovar und Srebrenica
  • Exkurse: Kriegsverbrechen
  • Völkerrecht
  • Haager Tribunal
  • Genozid

4. Die Entwicklung der neuen Weltordnung und die Rolle der NATO: Alle Kriege werden heute um die Weltherrschaft ausgefochten. Was heißt das für die Betroffenen?

Exkurs: Die Rolle der UNO im Jugoslawienkonflikt

Nachtrag: Über die Schwierigkeit des “Nation-Building” am Balkan – nationale Symbole und Sprache als Instrumente zur Schaffung eines Staatsvolks.

Organisiert von der Basisgruppe Gesellschaftskritik

WannMittwoch, 14. März · 19:00
WoSub Salzburg – Müllner Hauptstraße 11b, 5020 Salzburg

Immer wieder mahnen gesellschaftskritische Menschen “besseren Konsum” an. Sei es, dass sie zum Kauf von “Fair trade”-Waren aufrufen, sei es, dass es wieder einmal ein Unternehmen zu boykottieren gilt. Auch im Zusammenhang mit der zunehmenden Umweltverschmutzung ist das Konsumverhalten immer wieder Thema.

Wir wollen an diesem Abend die provokante These vertreten, dass diese Art der Konsumkritik eine gut gemeinte, aber nichtsdestotrotz grundfalsche Variante der allseits beliebten “Der Kunde ist König”-Ideologie ist.

Der Sozialstaat hat bei einigen Menschen (und vielen Linken) einen guten Ruf. Ihn gälte es zu verteidigen und auszubauen, um zu einem guten Leben für alle zu kommen. Die wenigsten Leute versuchen sich hingegen zu erklären, welchen Zweck der Staat mit seinen sozialen Maßnahmen verfolgt.

Um sich den Sozialstaat zu erklären ist zunächst die Frage wichtig: Wieso braucht es ihn überhaupt? Weil es so viel Armut gibt. Doch wieso gibt es so viel Armut? Die Antwort darauf ist weniger leicht zu geben. Denn objektiv betrachtet ist die Welt voller Reichtum: Die Bäckereien sind bis oben gefüllt, es gibt eher ein Überangebot an Mode als Mangel, Saturn und MediaMarkt sind voll mit dem neuesten technischen Schnickschnack, Konzerne kämpfen teilweise mit Absatzschwierigkeiten. Wo liegt also das Problem?

Zum ganzen Text

Diskussionsabende:

Jeweils am 2. Mittwoch im Monat im SUB Salzburg, Müllner Hauptstraße 11b, um 19:00

12. Oktober 2011: Sozialstaat

Der Sozialstaat genießt bei vielen Linken hohes Ansehen. Das Argument ist dabei: „Der Sozialstaat mildert die Armut!“ – Die prinzipielle Frage aber, wieso die Menschen überhaupt arm sind, wird selten aufgeworfen.
Wir wollen im Rahmen des Diskussionsabends zuerst Thesen zum Sozialstaat präsentieren und diskutieren. Dann schauen wir uns die Funktionsweise von zentralen sozialstaatlichen Maßnahmen an (z.B. Arbeitslosenversicherung).

Der Flyer zur Veranstaltung als Download.

9. November 2011: „Überflüssige“

Immer wieder hört und liest man von „überflüssiger Bevölkerung“. Sarrazin hat von „Überflüssigen“ geschrieben, und auch in Bezug auf die „Dritte Welt“ spricht so manche_r davon, dass es zu viele Menschen gäbe und man diese nicht „brauchen“ könne. Aber was heißt das denn: Man „braucht“ einen? Wofür denn? Und wer bestimmt denn, wie viele Menschen es braucht? Wer ist das „man“, das eine_n braucht oder nicht braucht?
Im Zuge des Diskussionsabends klären wir gemeinsam, was es heißt, im Kapitalismus „brauchbar“ zu sein. Es wird sich dabei zeigen, dass es keine gemütliche Sache ist, „brauchbar“ zu sein – und dass es noch viel ungemütlicher ist, „überflüssig“ zu sein.

Der Flyer zur Veranstaltung als Download.

14. Dezember 2011: Bildung im Kapitalismus

„Hurra, hurra, die Schule brennt“, so ein Hit in den 1980ern, der auch noch heute gerne gehört wird. Vielen Menschen gefällt das Lied, weil sie (fast) nur negatives mit dem herrschenden Bildungssystem verbinden. Das ist kein Wunder, da Bildung im Kapitalismus über Konkurrenz abgewickelt wird. Bildung im Kapitalismus ist zuallererst Selektion, das heißt, dass die grundlegende Regel ist: es kann nur „Sieger_innen“ geben, weil es immer „Verlierer_innen“ gibt. Anders formuliert: Es gibt nur eine „Bildungselite“, weil massenhaft Menschen von Bildung ausgeschlossen werden – ganz bewusst, mit System. Insofern greifen auch bekannte Sprüche wie, „Man muss sich nur anstrengen“, zu kurz.
Wir wollen im Zuge des Abends Thesen und Argumente zur Bildung im Kapitalismus präsentieren und diese mit euch debattieren.

Über die herrschenden Zustände zu jammern, ist das eine; sie sich zu erklären, das andere. Wir haben uns zu zweitem entschieden, denn wir sind der Meinung: Nur wer die Verhältnisse verstanden hat, weiß, wie sie zu ändern sind. Das heißt, wir leisten als Basisgruppe Gesellschaftskritik zuallererst theoretische Arbeit.

Des Weiteren versuchen wir, unsere Erkenntnisse unters „Volk“ zu bringen. Dazu veranstalten wir Diskussionsabende und Workshops zu verschiedenen Themen.