Am 20.12.25 erschien im „Der Pragmaticus“ ein optimistischer Artikel zum Thema Arbeit und Technologie namens „Keine Angst vor der KI!“ von Christian Ortner. In seinem kurzen Kommentar will er uns die Sorge vor erhöhter Arbeitslosigkeit durch die Künstliche Intelligenz nehmen.

Als nennenswertes historisches Beispiel führt der Journalist die Vernichtung von 12.000 Arbeitsplätzen nach Einführung des Tonfilms an. Die im Kino bis dahin üblichen Musizierenden wurden nicht mehr gebraucht.
Das damit einhergehende Aufblühen der Filmindustrie hat eine Vielzahl neuer Stellen und Berufe geschaffen, womit die arbeitslosen Kinomusiker zum „traurigen Einzelfall“ degradiert werden.

Bei Christian Ortner, der sich selbst „neoliberaler Bösewicht“ nennt, geht die Kosten-Nutzen Rechnung am Gegenstand „technologische Innovation und Arbeitsplätze“ wie folgt aus: „Einzelne um ihren Job bringen, insgesamt aber überhaupt keine Arbeitslosigkeit generieren“. Was dabei jedoch verkannt wird, ist, dass ja akut trotzdem Arbeitslosigkeit entsteht und Menschen ihr derzeitiges Lohnverhältnis und damit ihre Lebensgrundlage genommen wird.

Da die Anstellung bei den Kinos die Lebensgrundlage der Kinomusiker war, mussten diese wohl wieder irgendeinen Job annehmen (falls sie einen finden!). Die Arbeitslosigkeit nahm also wieder ab. Was das dann für eine Anstellung war und wie diese entlohnt wurde, ist in dieser Rechnung einerlei: Solange es gesamtwirtschaftlich bergauf geht, sind einzelne Schicksale ein lohnenswertes Opfer. Vor allem wenn „heute [noch kaum jemand weiß], dass es diesen Beruf je gegeben hat“.